Ich wünsche Dir Beredsamkeit.
Gemeint ist nicht das Schwätzen.
Man kann die Reden unsrer Zeit
durch Schweigen gut ersetzen.
Es möge Dir, so wünsch' ich, glücken,
das, was Du denkst schon immerfort,
auch mit genau dem gut getroffnen Wort
und mit Empfindung auszudrücken.
Aus Wörtern, die in Sprache stecken,
ob man sie ausspricht oder schreibt,
lässt Wunderbares sich entdecken,
was uns sonst tief verborgen bleibt.
Beredsamkeit spricht auch aus Gesten
und aus der kleinsten guten Tat.
Die Redekunst nur zu Protesten
beherrscht doch jeder Advokat.
Beredsamkeit, nicht bloß mit Zungen:
Mit Zärtlichkeiten insgeheim
kann mehr als mit Beteuerungen
die Liebe selbst beredsam sein.
Elli Michler
1 Kommentar:
Hi Janet,
wollte Dir auch "nur" einen schönen Adventsonntag wünschen. Danke für das - für mich im Moment passende - Gedicht. Alles Gute.
Matthias H
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