
D i s k r e t i o n - wird zu M e d i t a t i o n s k r a f t
Das Leben hält dir viele passende Möglichkeiten bereit, wenn du aber eine Entscheidung getroffen hast, stehe dazu.
diese Gedanken begleiten Musik aus dem Nebenzimmer... hoffentlich kein Schock bei DER Frisur.
Eine ausführliche Beschreibung des Tierkreiszeichen Wassermann(Von Claus Riemann)
Die Wassermann-Zeit, das ist der mittlere Wintermonat; es ist jetzt tiefster Winter. Das Leben hat sich in eine innere Welt zurückgezogen, Mutter Erde hat ein Make-up von Schnee und Eis aufgelegt, sie zeigt uns die "kühle Schulter". Daher kann das Wassermännische auch als sehr kalt empfunden werden; das Wort "cool" ist ein Modewort des beginnenden Wassermann-Zeitalters. Es ist kein sonderlich einladendes Szenarium, das sich dem Neuankömmling bietet; man scheint nicht mit ihm gerechnet zu haben. Der erste Gedanke, der ihm durch den Kopf geht, ist vermutlich: da gehöre ich nicht her. Sicherlich würde er am liebsten auf dem Absatz kehrt machen und sich mit dem wassermännischen Gruß "und tschüß!" empfehlen. Der zweite Gedanke dürfte wohl sein: die es hier aushalten müssen alle spinnen; mit denen verbindet mich rein gar nichts! In einem Astrologieseminar sagte einmal die Leiterin: "Das Lebensgrundgefühl des Wassermannes ist: ich bin anders als die andern!" Eine Teilnehmerin, deren Sonne im Zeichen Wassermann stand, sagte wie aus der Pistole geschossen: "Das trifft auf mich nicht zu!" Als echter Wassermann lasse ich mich nicht festlegen, auch nicht auf's Anderssein; denn schließlich bin ich ja auch diesbezüglich nocheinmal ganz anders. Unter dem Zeichen Steinbock war es Thema, der Unwirtlichkeit der Winterwelt zu trotzen, ihr das Notwendige abzuringen und dabei bis an die äußerste Grenze der eigenen Belastbarkeit zu gehen; man brauchte dazu die Härte und die Zähigkeit eines Extrembergsteigers oder eines Marathonläufers. Wenn wir beim Bild des Marathonläufers bleiben, so würde die Wassermann-Erfahrung jenseits des toten Punktes liegen, wenn plötzlich alles ganz leicht wird, wenn alle Körperschwere von einem abfällt und man wie von unsichtbaren Flügeln getragen dahinschwebt. Es gibt kein Problem, und dennoch ist die Welt voller Narren, die das (nicht vorhandene) Problem lösen wollen. Die Erfahrung des Abhebens ist hier eine ganz wesentliche. Das Abheben ist das Abheben des Vogels oder eines Flugzeugs, die Loslösung von Mutter Erde, die Überwindung der Schwerkraft, es ist auch ein inneres "Über den Dingen Stehen", aber auch das Verlassen des Bodens der Realität, das Verrücktwerden.Uranus, der Herrscher des Wassermann-Zeichens, wurde 1781 als erster der mit bloßem Auge nicht mehr sichtbaren Planeten entdeckt. Er, der "Ver-rückte", stand außerhalb des alten Weltbildes, das durch die Saturnbahn begrenzt wurde. Saturn symbolisiert Grenze und Struktur, er ist der Herrscher über Raum und Zeit. Die uranische Erfahrung liegt jenseits von Raum und Zeit. Uranus fragt nicht danach, aus welcher Familie ich komme, zu welchem Volk ich gehöre oder in welchem Zeitalter ich geboren bin; die uranische Frage lautet: wer bin ich jenseits all dieser Prägungen? Es geht nicht darum, dem Leben einen Sinn oder einen Wert zu geben, sondern um die Erkenntnis, dass das Leben an sich schon sinnvoll und wertvoll ist. Ich muss keine Titel und keine Verdienste erwerben, um jemand zu sein; es gilt ganz einfach: ich bin ich - nicht mehr und nicht weniger und vor allem: nichts sonst.Der Zweck des Fliegens ist das Fliegen; in diese Worte könnte man die zentrale Aussage von Richard Bach's Buch "Die Möwe Jonathan" zusammenfassen. Nicht umsonst wurde dieses Werk als das Kultbuch unserer Zeit bezeichnet. Es enthält die Botschaft des Wassermann-Zeichens: der Zweck des Lebens ist das Leben; nichts sonst. Vergiss alle künstlich erzeugten Wichtigkeiten! Du bist frei! Lebe Dein Leben! In einer Geschichte von Laotse kommt der Meister mit seinen Schülern an einen Ort, an dem Holzfäller alle Bäume fällen bis auf einen, der riesig groß mit seinen tausend Ästen mitten auf der Wiese steht. Er sagt zu seinen Schülern, sie sollen hingehen und die Leute fragen, warum sie diesen einen Baum nicht fällen. Sie bringen ihm alsbald die Antwort, dass dieser Baum nicht gefällt werde, da er so schief und krumm gewachsen sei, dass man sein Holz zu nichts verwenden könne, man könne nicht einmal Feuer damit machen, da sein Rauch in den Augen brenne. Die Botschaft des Meisters ist daraufhin: "Werdet wie dieser Baum, wachst krumm und schief; denn wenn ihr glatt und gerade seid, dann wird man Euch zu Möbeln verarbeiten!"Auf einen kurzen Nenner gebracht könnte man sagen: "Tauge nichts und freue Dich!" Damit ist gemeint, dass ich mich nicht für das tauglich erweise, was meine Eltern, meine Lehrer oder die Gesellschaft mit mir vorhaben, sondern meinem inneren Plan folge; das heißt, wenn ich Baum bin, dann ist es meine Aufgabe zu wachsen und für gute Luft zu sorgen und Schatten zu spenden und nicht, gehobelt und geschliffen, als Sekretär das Zimmer irgendeines Ministers zu zieren.Das Grimm‘sche Märchen "Hans im Glück" zeigt uns einen Helden, der dieser Lebensdevise folgt. Nachdem Hans seinem Herrn sieben Jahre gedient hatte, sprach er zu diesem: "Herr, meine Zeit ist herum, nun wollte ich gerne wieder heim zu meiner Mutter, gebt mir meinen Lohn." Der Herr ist mit Hansens Diensten zufrieden gewesen und sein Lohn ist ein Stück Gold so groß wie sein Kopf. Hans tauscht den Goldklumpen jedoch unterwegs gegen ein Pferd ein, da es ihm dünkt, dass es wesentlich reizvoller sei zu reiten, als sich mit dem Gold abzuschleppen. Nachdem ihn das Pferd jedoch einmal abgeworfen hat, tauscht er es gegen eine Kuh, da er zu der Überzeugung gelangt ist, dass es viel angenehmer sei, gemächlich hinter der Kuh herzutraben und dabei noch jeden Tag Milch, Käse und Butter zu haben. Als er jedoch merkt, dass die Kuh keine Milch mehr gibt, da sie schon zu alt ist, tauscht er sie gegen ein junges Schwein. Kurz darauf trifft er einen mit einer Gans, der ihm Angst einjagt, indem er ihm erzählt, dass in dem Dorf, von dem er gerade komme, ein Schwein gestohlen worden sei. Auf Hansens Bitte ist der andere bereit, die Gans für das Schwein zu geben. Im letzten Dorf, durch das Hans auf seinem Weg zur Mutter muss, trifft er auf einen Scherenschleifer, der ihn davon überzeugt, dass der Beruf eines Scherenschleifers das Nonplusultra sei. Hans überlässt ihm daraufhin seine Gans für zwei Steine und zieht vergnügten Herzens seiner Wege. Zu guter Letzt macht er bei einem Brunnen Rast, legt die beiden Steine auf den Rand des Brunnens und, als er sie versehentlich an-stößt, fallen beide in den Brunnen. Nun springt Hans vor Freude auf und dankt Gott, daß er ihn auch von dieser Last noch befreit habe, ohne dass er sich Schuldgefühle machen müsse. Und das Märchen endet mit den Worten: "Mit leichtem Herzen und frei von aller Last sprang er nun fort, bis er daheim bei seiner Mutter war." Hansens Glück nachzuvollziehen fällt uns im allgemeinen nicht leicht, macht er doch von Anfang bis Ende schlechte Geschäfte und lässt sich ständig übers Ohr hauen. Wir schätzen eher einen Menschen glücklich, der es im Leben zu was gebracht hat, der gewogen wird und nicht als zu leicht befunden. Hans jedoch ist anders: er erleichtert sich am laufenden Band. Als er alles durchgebracht, beziehungsweise verloren hat, ist er am glücklichsten, als wäre das sein Ziel gewesen: endlich befreit zu sein von all dem Zeug! Wer schon einmal in einer Situation war, in der er nichts mehr zu verlieren hatte, weiß, wie befreiend das ist. So gesehen sind wir alle Gefangene; denn wenn wir auch nicht viel zu verlieren haben, so haben wir immerhin noch unser Leben, und das wollen wir auf alle Fälle so lange wie möglich behalten. Auch hier ist Hans anders. Er freut sich auf 's Heimkommen zur Mutter, das ist sein Ziel, und er verliert es nie aus den Augen. Gemeint ist natürlich Mutter Erde; in die Geborgenheit ihres Schoßes kehrt er nach seiner lustigen Lebensreise wieder zurück. Wer sollte ihn daran hindern? Was könnte ihm also schon viel passieren, außer vielleicht ein paar unwesentlicher Missgeschicke? Hans ist so ein rechter Wassermann-Vertreter; wie auf der Durchreise durch ein fremdes Land, in dem man Urlaub macht, wandert er von Station zu Station, verweilt dort wie in einem Hotel, in dem man für ein paar Tage absteigt, und dann erfolgt der wassermännische Gruß: "Und tschüß!" So, das war's dann. So geht er auch mit seinem Goldklumpen, seinem Pferd, seinem Schwein und seiner Gans um. Wie gewonnen, so zerronnen - hier gehört ihm sowieso nichts, er ist ja nur Gast. Die Wassermann-Thematik wird durch den Vogel symbolisiert; er ist eigentlich nicht von hier, sondern ein Himmelsbewohner und das stimmt aber nicht. Und damit sind wir mitten im Thema: "Mit dem stimmt doch was nicht, der hat doch einen Vogel!" Solche oder ähnliche Einschätzungen muss man als Wassermann gelegentlich auf sich ziehen, sonst stimmt wirklich was nicht. Ist es die Aufgabe des Zwillings, die Welt in Atem zu halten und zu beleben, indem er geistig rege immer wieder ein neues Argument in die Waagschale menschlicher Wahrheitssuche wirft, und ist es gleichzeitig die Aufgabe von Waage, immer wieder einen Ausgleich, eine Synthese zu bewerkstelligen, so fällt dem Wassermann, dem zentralen Luftzeichen, die Aufgabe zu, die Antithese zu formulieren, das Noch-nie-Dagewesene, das, was sich bisher keiner vorstellen konnte, aus dem Luftreich des Geistes auf die Erde zu holen, so dass sich immer wieder von neuem Unteres mit Oberem, Denkbares mit Undenkbarem vermählen muss und kann.(mehr) ich will mehr und dieses Buch da.
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