17.03.2009

Gedanken in Fahrt


aus DER URSPRUNG DES BÖSEN, Rudolf Steiner
Berlin, 22. Nov. 1906


Es gibt kein Böses im eigentlichen Sinne des Wortes. Es ist ein herabgemindertes Gutes, es ist das schlechteste Gute. Denn wie es bei allem verschiedene Grade des Daseins gibt, so auch beim Guten. Die Geheimwissenschaft erst zeigt aus der Tiefe der menschlichen und der ganzen kosmischen Natur heraus, wie das Böse zu begreifen ist. Leugnet man es , kann man es gar nicht begreifen. Man muss verstehen, welche Aufgabe, welche Mission das Böse in der Welt hat.


Die Welt von Farbe und Licht bietet der Seele den Honig, den sie mitbringt in die höhere Welt. Sinneserfahrungen muss die Seele vergeistigen und hinauftragen in höhere Welten.


Die Stufe die der Mensch heute auf der Erde hat, hatten einstmals die Wesen, die die Schöpfer und Führer der Menschen heute sind, die Elohim-Geister, die sich offenbaren als Führer der Entwicklung des Menschen. Und die Menschen werden auf dem zukünftigen Planeten so weit sein, dass sie selbst Lenker und Leiter sind.


Das Erdendasein bedeutet den Kosmos der Liebe, das Erden dasein auf dem früheren Planeten bedeutet den Kosmos der Weisheit. Die Liebe vom Elementarsten bis zum Höchsten sollen wir entwickeln.. Die Weisheit ruht verborgen auf dem Grunde des Erdendaseins. Darum soll man nicht von der "niederen" physischen Menschennatur sprechen, denn sie ist die vollkommenste Form des Menschen.


Der Astralleib steht nicht etwa höher. Er ist der Geniesser der fortwährenden Attacken auf das weisheitsvoll gebaute Herz. Er wird noch lange brauchen , um so vollkommen und weise zu sein wie der physische Leib. Aber er muss es werden. Darin besteht die Entwicklung.


Weisheit ist das Charakeristikum der physischen Natur. Da wo diese Weisheit von Liebe durchsetzt ist, da erst ist der Anfang der Erdenentwicklung. Wie Liebe aus Lieblosen hervorgeht, so die Weisheit aus Unweisheit.


Die, welche die Erdenentwicklung erreichen, werde die Liebe als eine Naturkraft in den nächsten Planeten hineinbringen. So ward auch einst die Weisheit auf die Erde getragen.


Alle Reiche der Welt hängen unter sich zuammen. Wie das Tier und der Mensch von der Pflanze, so sind wieder die Götter von den Menschen abhängig. Die Götter erhalten von den Sterblichen Nektar und Ambrosia. Beide bedeuten Liebe. Und Lieb atmet das Göttergeschlecht ein, sie ist die Götternahrung.


Die Liebe tritt zuerst als Geschlechtsliebe auf und entwickelt sich hinauf bis zur höchsten geistigen Liebe. Aber alle Liebe, niedere und hohe, ist Götteratem.


Wenn das alles so ist , kann es kein Böses geben. Aber Weisheit liegt der Welt zugrunde, Liebe entwicklt sich. Weisheit wird die Lenkerin der Liebe. So wie alle Weisheit aus Irrtum geboren wird, ringt sich alle Liebe nur aus Kämpfen zur Höhe empor.


Nicht alle Wesen des früheren Planeten stiegen zur Höhe der Weisheit hinan. Es sind Wesen zurückgeblieben, sie stehen ungefähr zwischen Göttern und Menschen. Sie bauchen noch etwas vom Menschen. Aber in einen physischen Körper können sie sich nicht mehr kleiden. Luziferische Wesenheiten nennt man sie.


Wie wirkt nun Luzifer auf die Menschen? Nicht so wie die Götter. Das Göttliche tritt an das Edelste im Menschen heran aber an das Niedere kann und soll es nicht kommen. Weisheit und Liebe werden erst am Ende der Entwicklung ihre Vermählung feiern. Aber die luziferischen Wesenheiten treten an das niedere, unentwickelte Element der Liebe heran. Sie bilden die Brücke zwischen Weisheit und Liebe. So erst mischt sich die Weisheit mit der Liebe.


Die Weltenschöpfer brauchten das Böse, um das Gute zur Entfaltung zu bringen. Was sich erst am Felsen des Bösen brechen muss, ist ein Gutes. Durch Selbstliebe nur kann es die ALL-Liebe zu ihrer höchsten Blüte bringen.


DARUM hat Goethe so recht, wenn er im Faust den Mephisto sagen läßt:
ICH BIN TEIL VON JENER KRAFT, DIE STETS DAS BÖSE WILL UND STETS DAS GUTE SCHAFFT.

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Danke, liebe Janet, dass du uns zeigst, wie das Gute entsteht, von uns geschaffen wird.
Gell, die Kenntnis von Gut und Böse kann sehr spannend sein!
Ich ess jetzt noch einen Apfel, bevor ich zu Bett gehe, um deinen Post im Geistigen zu verarbeiten.

JANET hat gesagt…

Ja bitte ich steh zur Verfügung .. wenn man zu sonst nichts taugt dann immer noch als schlechtes Beispiel!

Gute Nacht liebe Maurulam.
Träume vom Guten, das das Böse schafft und das Böse ist immer ein gemindertes Gute also weniger Apfel wenn du reingebissen hast...nicht liegen lassen sonst faults und es kommen eklige Würmer und Fruchtfliegen.

Gute Nachtkuss
JANET

Anonym hat gesagt…

Liebe Janet. Ich träume was ich will! Und unsere Äpfel sind fein und lecker, sie zu essen ist eine im Materiellen stattfindende Handlung, schafft aber Gutes, denn man unterstützt damit die lokale Landwirtschaft und gemeinnützige Institutionen mit ihren Menschen.

Jop, auch das Kleingetier fühlt sich in unseren Gärten wohl, darauf bin ich stolz!!!!! Vor allem Schmetterlinge... Davon wird es dies Frühjahr und Sommer wieder viele geben...

Anak hat gesagt…

liebe janet, danke dir fuer diesen schoenen text von rudolf steiner...mein thema ist gerade mal wieder sehr bewusst die frage nach der selbstliebe, und da kommt mir dies wieder wie gerufen: "Die Weltenschöpfer brauchten das Böse, um das Gute zur Entfaltung zu bringen. Was sich erst am Felsen des Bösen brechen muss, ist ein Gutes. Durch Selbstliebe nur kann es die ALL-Liebe zu ihrer höchsten Blüte bringen."
liebe gruesse
anka