30.08.2009

Ich bin ein freier Mensch


denn ich hab mich enstschlossen bei Raksha Bandhan (schützende Verbindung) – Feier des indischen Rakhifestes dabei zu sein. Ich hab nichts dabei verloren, ich habe dazu gewonnen. Ich beschreibe das Ritual.

Didi Sudesh nahm Platz in einem Sessel auf einem Podest, neben ihr nahm eine Schwester Platz. Diese übersetzte Didi Sudesh, da sie wenig deutsch spricht. Das Podest war voll in weiss gekleidet wie auch viele Versammelte. Vor Didi wurde ein Tisch dekoriert mit Tischdecken, Blumen, eine Art mit viel Stoff umhülltes Tablett und diversem anderem. Das ganze Podest wurde geschmückt mit Blumensträußen zu Ehren Brahma Baba der groß als Bild an der linken Wand hing. Auf der rechten hing ein Bild einer Frau, den Namen weis ich nicht. Vieleicht eine der vielen jungen Frauen die sich ihn angeschlossen haben. (das recherchiere ich noch mal)

Didi Sudesh erzählte die Geschichte und die Bedeutung um das Raksha Bandhan. Ich beschreibe es in Kurzfassung. Das Band besteht aus einem Band der Liebe und einem Band Vertrauen. Beide gehen zusammen ins Licht und aus den Licht heraus. Wenn die Schwester dem Bruder das Band um das rechte Handgelenk bindet, soll dieses Band Schutz bieten vor inneren und äusseren Bösen. Es kann auch guten Freunden Bekannten und Nachbarn gebunden werden und erinnert uns auch an die Freundschaftsbänder. Das Ritual sollte nun wie folgt geschehen und in angemessener Stille aber mit sanfter Musik im Hintergrund..

Didi Sudesh segnete uns mit einer Rose und bespritze uns mit Rosenwasser...Es waren sehr viele Gäste gekommen unter anderen auch viele indische Besucher und jedem im Raum sollte das Band gebunden werden. Es dauerte statt angekündigter Zeit von einer Stunde über zwei Stunden. Ich beobachtete.. Der erste war ein indischer Mann..er setze sich vor Didi Sudesh auf einen kleineren Stuhl. Auf der linken Seite von ihr sass eine weitere Schwester. Sie reichte das Band und eine Süssigkeit. und ein Gefäss mit Sandelholzbrei für die Segnung auf das dritte Auge. Dieser bekannte Punkt zwischen den Augen. Die beiden haben sich sehr lange in die Augen gesehen, dann band sie ihm das Raksha Bandhan, reichte ihm die Süssigkeit, um den Mund zu versüssen und segnete ihn mit dem Sandelholzbrei. Sandelholz wird auf Stein zu Pulver gerieben und mit Rosenwasser vermischt. Dieser Brei soll auf dem dritten Auge den Geist kühlen. Es sieht getrockenet auch aus wie Goldstaub. Dann erhob er sich und setzte sich vor die andere Schwester, die zuvor übersetze (ich höre gerade beim Nachbarn die Musik the Power of love..wie schön...) Beide sahen sich ebenfalls sehr lange in die Augen bis sie ihm eine Frucht eine Nektarine reichte und eine Botschaft auf einem Kärtchen geschrieben. Diese Botschaft soll den Geist erinnern, was die Seele für eine Aufgabe hat. So glaube ich verstanden zu haben.

Somit war das Ritual für den ersten beendet. So ging das mit noch einigen weiteren bis ich dachte jetzt bin ich dran. Ich hatte mittlerweile schon ganz schwitzige Hände und ab und zu kam etwas wie Tränen in meine Augen..Ich hoffte nicht heulen zu müssen wenn ich Didi Sudesh solange in die Augen sehen muss.

Ich setze mich vor Ihr wie alle anderen es taten...Ich sas mit geradem Rücken fast erhaben fühlte ich mich, meine Hände lagen wie ein Schale vor mir und wir schauten uns in die Augen..Wir haben uns fast nur lachend angeschaut..bis es ernster wurde. Mein Herz klopfte wie wild, ich glaube auch das mein Kopf heiss wurde...Sie nahm dann meine rechte Hand und hielt sie lange bis sie das Band umlegte mit drei Knoten und die Enden unters Band klemmte. Dann strich sie mit der Hand von meiner Hand runter zu den Fingerspitzen. (jetzt bekomme ich den Hinweis mich mit irdichen Sachen zu beschäftigen, Essen machen! also später gehts weiter!)

Ich wechselte den Platz zur anderen Schwester. Hier sahen wir uns wieder lange in die Augen. Diesmal gab es keine lachende Augen, diesmal war es wie ein ewiges fast tranceartige Nichts in was ich schaute. Alles um mich rum wurde unscharf und ich sah nur den Kopf der Schwester und fast sowas wie einen heiligen Schein hinter ihr. Sobald der Verstand da war, war es auch wieder weg und auch um das Gesicht herum wurde es schärfer. Aber ich musste ja weiter in die Augen sehen. Diesmal waren die Herzklopfen weg...Dann bekam ich die Frucht gereicht und

ein handmade Kärtchen auf dem steht:
"Du bist eine Seele, die ungebrochenes Vertrauen hat und auf diese Weise durch den Geist dient und anderen Gott nahe bringt"

und ein Spruch zum hinstellen, der jeden Tag den Geist erinnern soll:
"Courage keeps you going in all circumstances"


Ich blieb solange bis der letze durch war und der Raum wurde immer leerer. Eine Schwester, die ich zu Beginn kennenlernte, fragte ich ob ich 8 Bänder für meine Freunde mitnehmen könnte, da ich dieses Ritual sehr schön fand und ich es unbedingt teilen will. Wir gingen zu Didi Sudesh und sie fragte mich, wo ich herkomme, was ich mache und ob ich schon mal ein Kurs gemacht habe. Dann gab sie mir 9. und ich war glücklich, dass ich dieses Band weitergeben kann. In der Küche gab es gut zu Essen vegetarisch natürlich und zu Trinken. Weil ich bis zum Schluss blieb war ich letztendlich mit den Schwestern dort und Didi Sudesh kam noch mit an den Tisch zum Essen..Eine Schwester hatte nachdem wir miteinander plauderten die Idee, dass ich doch im Haus übernachten könnte, es war ja bereits fast 22Uhr, und morgens um 4 Uhr meditieren und Murli lesen und das gemeinsame Frühstück nehmen könnte. Eigentlich war mir das nicht recht aber es klang spannend und ich dachte, schauen wir mal was draus wird. Didi Sudesh war aber letztendlich von der Idee nicht begeistert. Ich hab dann auch erfahren warum.

Bei Brahma Kumaris gibt es Regeln. Und die Regel Nr. 1 ALLE die sich den Brahma Kumaris letztendlich anschliessen leben in Zöllibat. Das war mir aus der Zeit in Berlin gar nicht so bewusst..Ich konnte kommen und gehen wann ich wollte zu den Veranstaltungen und Meditationen ohne, dass ich in Zöllibat lebe. Eine Übernachtung im Brahma Kumaris Haus und immerhin auch die Zentrale ist somit ausgeschlossen. Dann gibt es noch andere Regeln, strenge Zeiten der Meditation und Lesungen und andere Pflichten. . .ich bin darauf nicht näher eingegangen. Das klang für mich aufeinmal so einengend, dass ich froh war...

Ich fuhr dann aber mit einem nachdenklichen Gefühl nach Hause..ich fühlte mich abgeschoben, nicht würdig...Aber ich hatte dieses Schutzband und diese schöne Erfahrung im Gepäck und einen Termin dienstags zur Meditation in Darmstadt..ob es dann regelmässig wird, werde ich sehen.

Ich hatte noch das Buch Der Erleuchtung ist es egal wie du sie erlangst von Thaddeus Gollas dabei und in dem fand ich dann eine Episode..weil ich mich innerlich empörte, ich will schon selbst entscheiden und nicht in Regeln gedrängt werden.

Die sexuelle Ekstase kann als Spiegelbild unserer seelischen Auflösung im Raum unserer göttlichen Brüder und Schwestern in höheren Ebenen der Ausdehnung angesehen werden. Die körperliche Liebe ist ein Beispiel dafür, wie die Raumbeziehungen von uns verlangen, uns in Liebe aufzugeben, und die Unterschiede und Unvollkommenheiten und Schönheiten anderer Wesen in uns aufnehmen.

Wenn das so ist, weshalb wird dann so oft die Askese als ein spiritueller Pfad empfohlen, und weshalb scheint dies auch manchmal zu funktionieren? Wie wir im vorigen Kapitel gesehen haben, besteht viel Aussicht, dass du, wenn du sehr stark in eine bestimmte Richtung vordringst, in einen Zustand eingeschwenkt wirst, der gerade anders ist als der den du anstrebst. Wenn du darauf beharrst, nur sinnliche Vergnügungen haben zu wollen, wirst du, außer, wenn du dich ganz öffnen kannst, in einen Zustand geraten, in welchem die Askese als der richtige Weg erscheint. Und wenn du in derAskes weitgenug fortschreitest, kannst Du dich in Glückseeligkeit und Ekstase gestürzt fühlen, wie viele Heilige berichte haben.

Aber wenn du dich laut genug beklagst, wird dir ein blitzartiger Einblick ins höhere Bewusstsein gewährt. Wenn du dir selber Nahrung, Sex, Kommunikation oder Schlaf verweigerst, bedeutet das sozusagen, dass du in der Zentrale meldest, dass deine Lebensform nicht funktioniert, und es ist möglich, dass dir eine kurze Rückkehr in den Raum gestattet wird, um das abzuklären. Aber solch kurze Flashs sind nicht das ganze Licht, so überzeugend sie auch empfunden werden mögen, und obwohl sie im Augenblick den Hauptanteil davon ausmachen, was die Menscheit über Raum weiß. Und diese Flashs sind nicht gerade der angenehmste WEg, um nach Hause zu gelangen.

Und jetzt kommt der für mich entschiedene SATZ!

Du wirst nicht imstande sein, auf höheren Ebenen zu bleiben, wenn du durch eine so starke Betonung des Negativen dorthin gelangst.

Ich bin ein freier Mensch! ..ich passe nicht in Zwangsjacken! Aber ich zieh sie mir gern mal über...
DANKE !!

6 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Zunächst einmal gratuliere ich dir zur Teilnahme am Ritual. Das ist doch sehr schön, und ihr seid alle von Dadi Jankis Liebe getragen.
Wie ich mich für die Anthroposophie zu interessieren begann dachte ich, es gäbe in Zukunft nur noch DAS, aber in Wirklichkeit habe ich so viele geistige Strömungen erlebt, wie nie zuvor. Fast jeder Mensch hier kennt etwas anderes.
Das Zölibat hat schon seinen Sinn. Es zeigt, dass das Leben alleine nicht ein einsames Leben ist. Und zwar ist es die Kunst, Liebe durch das Inkarnieren nicht auf einen einzigen Menschen zu fixieren, sondern auf ALLE Menschen. Die Gefahr ist, dass man sie stattdessen auf eine Idee fixieren könnte, was dann zur Ideologie führen würde. Es liegt an jedem von uns zu erkennen, welche Lebensform uns gemäss ist.
Wer sich für das Zölibat entscheidet, lebt Liebe also in vollkommener Form!!! Und es fällt mit einem Mal vieles andere weg, je nach Ausprägung der entsprechenden Lebensform, was an Menschen durch ihr Karma verursacht, anhängt. Du machst dir keine Sorgen mehr um Wohnung, Kleidung, Essen, weil dir das alles viel leichter zufliegen wird. Hast du dir schonmal überlegt, das Menschen die Habit tragen, niemals wieder Kleidung zu kaufen müssen (ausser was du dir denken kannst)?
Erlaubt Dadi Janki enge Freundschaften? Wieweit gehen denn die "Verzichte"?
Den Schwestern scheint man nichts auf den ersten Blick angemerkt zu haben...

Annemarie hat gesagt…

Das mit der Kleidung finde ich interesant. Nie wieder genervt vor irgendwelchen Regalen stehen, weil man Gefühl hat, es wird einem schon wieder etwas aufgezwungen, was man überhaupt nicht haben will.

Zu dem dritten Auge fällt mir nur etwas ein, was mir mal jemand erzählte. Die kleinen Kinder bekommen bei der Taufe ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet, um damit das dritte Auge zu schließen.
Diese Aussage beeindruckte mich sehr.
Meine Kinder sind beide nicht getauft. Nicht wegen oben genannter Aussage, sondern weil ich möchte, dass sie sich, wenn sie es wünschen, als mündige Erwachsene taufen lassen.

Schöner Beitrag und gute Antwort von euch beiden.
Danke dafür.

Anonym hat gesagt…

Liebe Kerstin,
Vielleicht soll das Kreuz das Auge nicht schliessen, sondern nur die Egozentriertheit des Blicks. Indem man loslässt, wird man frei.

Ich war als Kind immer froh, schon getauft zu sein. Denn das allein ist ja noch nicht mit Verpflichtungen verbunden, es bedeutet nur die Aufnahme in die Gemeinschaft, was mir Geborgenheit bedeutete. Ausserdem ist da ja immer die Hoffnung durch diese Zugehörigkeit einmal wieder diese Öffnung nach ober zu erleben. Aber heutzutage gibt es ja viele Möglichkeiten, dieses Gefühl der Nähe zu vermitteln, bzw zu empfangen.
Die weiteren Entwicklungsschritte, auch für den Fall einer Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft wie der Janets, sollten dem Reifegrad der betreffenden Person entsprechen.

JANET hat gesagt…

ich glaube wer vollkommen in Gott lebt hat genug von ALLEM! AUCH VOM SEX! DENN DU BIST JA IM HÖHEPUNKT! DU BIST DER HÖHEPUNKT! KÖNNT IHR DEN HÖHEPUNKT AUFHALTEN?

SPÄTER MEHR! ist gerade so aufregend was passiert!

Annemarie hat gesagt…

Die Egozentriertheit des Blickes schließen mit einem Kreuz?
Liebe Maurulam, das Kreuz sehe ich als das, was es ist und ich glaube auch, dass an der zitierten Aussage etwas dran ist. Ein Gefängnisgitter besteht aus Kreuzen. Wenn ich an die Geste des E in der Eurythmie denke, dann ist das auch ein Kreuz - Verschließen, nicht Hereinkommenlassen, Abwehr. Und genauso wurde immer das Kreuz bei den Kindstaufen verwendet - Verschluss dessen, was von der traditionellen Kirche nicht gewünscht wurde - spirituelle Offenheit und geistige Empfängnis.
Meine Meinung.

:)

Liebe Janet, spann uns hier nicht so auf die Folter. Was ist da bei dir Aufregendes passiert? *meganeugierigbin*

Anonym hat gesagt…

GEDULD ist doch eine Tugend der Seele!