10.03.2009

Theater Theater..der Vorhang geht auf...

FAUST fällt aus...
O glücklich, wer noch hoffen kann, Aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen! Was man nicht weiß, das eben brauchte man, Und was man weiß, kann man nicht brauchen. Doch laß uns dieser Stunde schönes Gut Durch solchen Trübsinn nicht verkümmern!


dann zitiere ich mal aus dem BUCH
Goethe die ganze Wahrheit aus Mephistos Tagebüchern

Darmstadt 1772

Goethe geniesst das Dicherleben jetzt in vollen Zügen. Als vielversprechendes junges Talent ist er an den kleineren Fürstenhöfen ein gern gesehener Gast. Besonders häufig hält er sich in Darmstadt auf, wo die große Landgräfin Caroline einen Musenhof der besonderen Art unterhält. Während ihr Gatte Ludwig, der es lieber martialisch mag, die meiste Zeit mit seinen Soldaten verbringt (selbst seine Diener und Köche sind Offiziere) und auf seinem Spinett täglich bis zu 300 Militärmärsche komponiert, widmet sie sich ihrem Club feinsinniger Kunstliebhaber. Diese schwärmerische Gemeinschaft, die sich "die Empfindsamen" nennt, tauscht sich in ausgedehnten Briefwechseln über ihre Herzensregungen aus und übt im arkadischen Schlossgarten gemeinam das innige Weinen. Goethe bedenkt die Hofdamen "Lila", "Urania" und "Psyche" mit kitschtriefenden Oden, und bisweilen nimmt ihn die Gräfin mit in ihre unterirdische Gruft, wo sie dann neben Carolines selbst geschaufelte Grab auf einem zierlichen Sofa sitzen und vom Elysium träumen. Ausgerechnet! Zwischen all den zarten Seelen gibt sich Goethe wild: Er wandert bei Wind und Wetter durch die Wälder, beschwört den "allgegenwärtigen Balsam allheilender Natur" und verschreckt arglose Spaziergänger mit improvisierten Wolfsgesängen. Ich fürchte diese Form der Dichtung ist er seiner Zeit etwas zu weit voraus.


"niemals gaubte ich, das etwas zu erreichen wäre, immer dachte ich, ich hätte es schon. Man hätte mir eine Krone aufsetzen können, und ich hätte gedacht das versteht sich von selbst." J.W. Goethe

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